Grenzverfahren unter Haftbedingungen, Abschiebungen in unsichere Staaten: Kein Problem für Innenministerin Nancy Faeser
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Zu den EU-Beschlüssen
10. Juni 2023

Liebe Freundinnen und Freunde,

es ist ein historischer Fehler mit dramatischen Folgen für den Flüchtlingsschutz in Europa: Auf dem Treffen der EU-Innenminister*innen am 8. Juni wurden weitreichende Verschärfungen im Asylrecht beschlossen. Massenhafte Grenzverfahren unter Haftbedingungen werden ebenso die Folge sein, wie Abschiebungen in vermeintlich »sichere Drittstaaten« ohne jede inhaltliche Prüfung des Asylantrags.

Und: Nicht einmal Familien mit Kindern werden von den verpflichtenden Grenzverfahren ausgenommen – selbst diese rote Linie hat die Bundesregierung überschritten. Denn die deutsche Innenministerin Nancy Faeser hat den Forderungen der Ländern mit rechten Regierungen zugestimmt. Die unwilligen Mitgliedsstaaten müssen – trotz der vielbeschworenen Solidarität – außerdem auch zukünftig keine Flüchtlinge aufnehmen. Stattdessen können sie Abschottungs- und Grenzmaßnahmen finanzieren.

Das EU-Parlament kann noch eingreifen:
Aber: Unser Einsatz geht weiter! Das Europäische Parlament kann dieses toxische Gesetzespaket im Trilog mit EU-Kommission und Rat noch stoppen. Deswegen appellieren wir an die Abgeordneten: Nein zu einem Europa der Haftlager für Flüchtlinge! Und wir werden mit allen rechtlichen Mitteln an der Seite der Schutzsuchenden für die Einhaltung von Menschenrechten kämpfen – durch alle Instanzen, bis vor die höchsten europäischen Gerichte. Mit unseren Partnerorganisationen überall in Europa werden wir nicht nur Menschenrechtsverletzungen an den Außengrenzen dokumentieren, sondern alles tun, um Asylsuchenden zu ihrem Recht zu verhelfen.

Für all das brauchen wir jetzt Eure Unterstützung. Danke an alle, die unsere Arbeit mit einer Spende möglich machen oder als Fördermitglied fest an unserer Seite stehen. In diesen Zeiten zählt das mehr denn je!

Euer Team von PRO ASYL
Deutschland stimmt für Aushebelung des Flüchtlingsschutzes
Das EU-finanzierte Lager auf Kos. Foto: Greek Ministry of Migration and Asylum
Haftzentren an den Außengrenzen und Abschiebungen in fast beliebige außereuropäische Staaten - aber kein solidarisches Aufnahmesystem. Das ist das schändliche Ergebnis des Treffens der EU-Innenminister*innen. Unsere erste Einschätzung - es liegen noch nicht alle Beschlüsse schriftlich vor:
Jetzt bei den EU-Parlamentariern protestieren: Keine Haftlager!
Schon 2020 haben wir diesen Appell gestartet, nachdem die EU-Kommission Vorschläge zur Entrechtung von Flüchtlingen vorgestellt hat. Jetzt hat auch der EU-Rat zugestimmt. Deswegen appellieren wir an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments, diese Entrechtungspläne noch zu stoppen! Der Appell kann immer noch gezeichnet werden. Denn es ist 5 nach 12!
Wenn Menschenrechte verschwinden: Die Situation an den Grenzen
Unsere Partnerorganisationen in Europa.
Von Italien bis Griechenland, von Spanien bis Kroatien: Stacheldraht, brutale Gewalt und illegale Pushbacks finden sich überall. Unsere Schlaglichter zeigen, wie sich Menschenrechtsverletzungen an Europas Grenzen mittlerweile gleichen. Deshalb ist PRO ASYL in vielen Ländern mit Partnerorganisationen vor Ort.
Headerbild: Das EU-finanzierte Lager in Kos, Griechenland. Es dient als Blaupause für die EU-Pläne. Foto: Europäische Union 2021
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